Hoslau

Ungefähr 2 km westlich von Ronsperg erhob sich auf einem Hügel das Dorf Hoslau. Im Jahre 1528 wurde es erstmals genannt, hat aber mit Gewißheit schon viel früher bestanden, denn es gehörte einst auch zu den Besitzungen der Burg Hirschstein. Im Jahre 1789 wird das Dorf von dem Chronisten Schaller als „Haslau“ genannt. Damals zählte es 22 Hausnummern. Im Jahre 1839 gehört Hoslau noch zur Herrschaft Bischofteinitz, hatte 25 Häuser und 175 deutsche Einwohner.

Sommer berichtete, daß eine Viertelstunde südostwärts von Hoslau sich die Einschichte Poppelmühle am Zeisermühlbach befand, welche aus einer Mahlmühle mit drei Gängen, einer Papiermühle und einer Spiegelschleife bestand.

Im Jahre 1913 nannte Karl Liebscher in seiner Heirnatkunde für den Amtsbezirk Bischofteinitz die Zahl der Häuser mit 23 und 145 Einwohner. Im Dorf Hoslau befand sich damals eine Kapelle, in der Nähe ein israelitischer Friedhof.

Zur Gemeinde Hoslau gehörten in dieser Zeit die Paradeismühle, die Papiermühle, die Poppelmühle (eine Glasschleife und ein Haus) und die Wutzenrnühle. An Gewerben waren in Hoslau ein Bierschank, zwei Müller, ein Schindelmacher, ein Schmied, ein Wirt (Gasthaus) und eine Tabaktrafik.

Das Ausmaß der Hoslauer Gemarkung betrug im Jahre 1937 298,87 ha; davon 156,82 ha Äcker, 65,47 ha Wiesen, 17,89 ha Weiden, 43,33 ha Wald und 1,76 ha Gärten.

Im Jahre 1930 zählte Hoslau 145 Einwohner und im Jahre 1939 waren 123 Einwohner und 33 Haushaltungen. Die Zahl der Häuser betrug 30.

Der Ort Hoslau hatte außer der Freiwilligen Feuerwehr keinen Verein. Die Freiwillige Feuerwehr wurde im Jahre 1928 gegründet. Die Gemeinde besaß damals eine Handdruckspritze, diese Spritze konnte aber dem Verein nichts mehr nützen, und es wurde eine neue Motorspritze mit Wagen angekauft. Im August 1930 wurde dann das Gründungsfest mit Spritzenweihe begangen.

Der Gastwirt Heinl hatte im gleichen Jahr sein altes Haus abgerissen und ein neues Wirtschaftsgebäude mit Saal neu erbaut, dieser Saal wurde als erster von der Feuerwehr als Festlokal benützt.

Im Jahre 1939 entstand ein Steinbruch im Wald Butterbergl aus dem täglich ca. 10 Lastwagen Steine gebrochen wurden. Hoslau hatte auch eine Wasserleitung von der Hütwiese in die Ortschaft Hoslau hinein. Diese wurde in den Jahren 1939-1940 gebaut. Mitten im Dorf befand sich ein 22 m tiefer Brunnen, aus dem das Wasser durch eine Pumpe gehoben wurde.

Unser Dorf war in früheren Zeiten zur Pfarre Berg eingepfarrt gewesen, auch zur Schule mußten die Kinder nach Berg gehen. Zum Pfarrsprengel Berg gehörte: Berg, Trohatin, Natschetin, Schilligkau, Schiefernau, Weißmühle und Einöde Latschner.

Erst in späteren Jahren wurde dann die Ortschaft zur Pfarre Ronsperg sowie in die Schule eingegliedert.

Trotzdem wurde bis zur Vertreibung alljährlich am 28. September in Hoslau das Fest des hl. Wenzeslaus gefeiert.

Es kamen oft Fremde, meistens von Münchsdorf oder Ronsperg, zu unserem Fest; es war immer sehr lustig, und die Blaskapelle von Natschetin spielte flotte Weisen zum Tanz. Auch das Bier aus der Brauerei Stockau schmeckte ausgezeichnet.

Hoslau hatte vor der Vertreibung ungefähr 30 Hausnummern mit 117 Einwohnern, davon 12 Bauern, 2 Kleinbauern, 1 Schmied, 1 Wirt sowie 3 Müller mit Landwirtschaft, 2 Schleifen sowie das Verwalterhaus und ein Gemeindehaus.

Im ersten Weltkrieg hatte Hoslau 9 Gefallene zu beklagen, im zweiten 4.
Nach Rudolf Womes und Karl Gröbner