Schilligkau

Nicht ganz 6 km westnordwestlich von Ronsperg und 2,5 km nordwestlich von Berg ragte das Dorf Schilligkau auf, schon 1379 erstmals urkundlich belegt.

1789 zählte Schilligkau(oder auch "Schillikau" genannt) 24 Nummern und gehörte zur Herrschaft Trauttmansdorff in Bischofteinitz, die das zur Gemeinde gehörige Forsthaus Weißrnühle, in deren Nähe Forellenzucht betrieben wurde, schon seit 1678 besaß.

1839 war der Ort auf 31 Häuser mit 266 Einwohnern gewachsen, zählte 1913 38 Häuser mit 234 Einwohnern und 1945 46 Häuser mit 310 Bewohnern. Das Flächenausmaß der Gemeinde betrug 1937 insgesamt 377,80 ha. Hiervon waren 133,34 ha Felder, 40,89 ha Wiesen, 14,19 ha Weiden, 177,31 ha Wald.

Schilligkau gehörte bis 1900 zur Gemeinde Berg und wurde dann selbständige Gemeinde. Es besaß eine 1908 gebaute einklassige Volksschule. Bis 1680 gehörte Schilligkau zur Pfarrei Schüttwa, danach war es zu Berg eingepfarrt.

Im Ort befanden sich 2 Gasthäuser, je 1 Kaufladen, eine verpachtet Gemeinde-Schmiede, Müller, Imker. An Vereinen gab es eine Ortsgruppe des deutschen Schulvereins, eine Ortsgruppe des Deutschen Böhmerwaldbvereines, die 1912 gegründete Freiwillige Feuerwehr (mit Gerätehaus), eine Ortsgruppe der deutschen Landjugend. Auch eine Saatgutreinigungsanlage war vorhanden.

In Schilligkau waren ständig 7-8 Waldarbeiter (Holzhauer), die neben ihrer kleinen Landwirtschaft fast das ganze Jahr in den herrschaftlichen Waldungen arbeiteten.

1940 richtete die deutsche Wehrmacht südostwärts von Schilligkau eine Flugsicherungsstelle ein. In diesem Zusammenhang wurde die Gemeinde elektrifiziert. Am 30. April 1945 brannten infolge Kriegseinwirkung 1 Wohnhaus und 3 Scheunen ab.

Im ersten Weltkrieg stellte Schilligkau 44 Soldaten, wovon 4 nicht heimkehrten. Im zweiten Weltkrieg fielen von 72 eingezogenen Heirnatsöhnen 23, 3 blieben vermißt.
Nach Anton Schröpfer