Seeg

Noch keine 9 km nördlich von Grafenried lag der Ort Seeg in einem breiten Tal von Feldern und Wiesen. Der Ort führte seinen Namen auf eine Säge (Sägewerk) zurück und war nach Grafenried eingepfarrt, eingeschult und eingemeindet.

Die Grundkäufe von 1613, 1615 und 1619 bewerkstelligten die Niederlassung von 6 Siedlern. Der Grund wurde aber infolge des Dreißigjährigen Krieges nicht mehr vermessen und vermarkt. Pelkhofer hatte wahrscheinlich auch noch nichts dafür bezahlt, weil uns ein altes Schriftstück berichtet:

"Diese 8 neuerpauten Häußle, weil sie nit, Sondern nur eine Mannschaft neben der Seeg und Mahlmühlen, dann 15 Tagwerch Holzgrundt zur Raumung eines Feldes (so noch nicht ausgemessen) in der gegebenen Landsassenfreyheit begriffen, Seindt sie Ime auf genedigrs Anbefehlen abgedichtet und zum Ambt gezogen worden."

Georg Gerl verkaufte die Mühle gleich nach 1638. Die 6 Untertanen wurden ihm 1646 zugewiesen und die Genehmigung zur Ansiedlung nachträglich erteilt. 1713 waren es 11 Ansiedler, deren Wiesen schlecht und deren Häuser mittelmäßig waren. Sie besaßen 2 Mühlen, 15 Ochsen, 14 Kühe, 12 Kälber, 10 Schweine und ernteten 29 Fuhren Heu und 9 Fuhren Grummet.

1839 wies das am Forellenbach liegende Seeg 26 Häuser mit 232 Einwohnern auf, hatte 1 Garnbleiche und 3 eingängige Mühlen, davon 1 mit Brettsäge. 1913 zählte es 21 zerstreut liegende Häuser mit 227 Bewohnern, 1939 waren es 38 meist große Häuser mit 249 Einwohnern.

Josef Bernklau unter Mitarbeit von Josef Vogi