Wasserau

Geschichtliches

Wasserau liegt am nördlichen Ausläufer des Böhmerwaldes, 3 km westlich von Muttersdorf, 6 km von der bayerischen Grenze entfernt, in genau 600 m Meereshöhe.

Um das Jahr 1180 vom Mutina von Bukowec gegründet, wird es bereits 1379 als "Öde" bezeichnet. Wohl wurde es durch die häufigen KriegszŸge vernichtet. Im Jahre 1400 war der Ort wieder besiedelt, aber in einer Urkunde um 1560 wird es abermals als "Öde" erwähnt. Wohl um 1510 dürfte es von Muttersdorf aus durch die Wiedersperber wieder besiedelt worden sein.

Die allgemeine Existenzgrundlage der Bewohner war die Landwirtschaft. Kleinere Landwirte (Häurher), welche von ihrem Hof allein nicht leben konnten, waren als Maurer, Zimmerer oder Hilfsarbeiter tätig. Zu Österreichs Zeiten meist in Wien oder Sachsen, nach 1918 in Eger oder Asch. Auch als Holzhauer und Saisonarbeiter suchten sie Arbeit und Verdienst, sie verdingten sich zur Getreide- oder Rübenernte und zum Hopfenpflücken. Einen Nebenverdienst brachte auch das Spitzenklöppeln, welches von allen Frauen und Mädchen und sogar von etlichen Männern und Burschen betrieben wurde.

Folgende Feldfrüchte wurden angebaut: Roggen Gerste, Hafer, nur ganz vereinzelt A einen Kartoffeln, Kraut, Rüben, Dorschen, Klee und bis 1920 auch Flachs. Bis 1925 lieb man einzelne Felder brach liegen (man ließ sie 1 Jahr ausruhen). Nach 1925 wurde begonllen mit Kunstdünger zu düngen und der Ertrag steigerte sich. Bis 1930 erntete man die Felder ohne Maschinen ab. Es wurde mit dem Wachler (Sense mit speziellem Aufbau für Getreideschnitt gemäht. Die ersten Dreschmaschinen wurden mit dem (Göppel angetrieben (das ist durch die Kraft von Zugtieren). Im Jahre 1928 bekam Wasserau den elektrischen Strom und manches änderte sich.

An Gewerbetreibenden gab es I Zimmermeister, I Schneider 1 Tischler, 1 Wagner, 1 Schmied 1 Kaufladen und 2 Gasthäuser.

Die Häuser waren fast überwiegend aus Ziegeln und Steinen gebaut. Es gab aber noch etliche Holzhäuser, welche mit Schindeln gedeckt waren. Für die Ortsnamen waren 2 Gemeindehäuser vorhanden, diese konnten sie ohne Mietzins bewohnen. Wurden sie alt und gebrechlich und konnten sich nicht mehr versorgen, kamen die Dorfbewohner reihum, gemessen an ihrem Grundbesitz für ihre Verköstigung auf.

Zu Wasserau gehörten auch die Weiler Engelhaus und Platten. Der Ort bestand schon von altersher aus zwei Teilen, die sogar zu verschiedenen Herrschaften gehörten. In der Reformationszeit hatten die Bewohner auch viel zu leiden, so nannte man Wasserau die "Lutherischen", wohl, weil ihr Herr auch dieses Glaubens war. Im Jahre 1848 wurden endlich beide Ortsteile von Wasserau dem Ortsgericht Hostau unterstellt und Leide vereinigten sich zu einer gemeinsamen Gemeinde. An die alte Zeit erinnern noch die beiden Armenhäuser.

Von 1739-1753 und von 1805-1813 war jeweils eine Zollstation in Wasserau untergebracht. Vor 1890 hatte der Ort vom November bis März eine Winterschule. 1918 bekam Wasserau seine eigene einklassige Volksschule, wofür 1920 ein Schulgebäude erbaut wurde. Wasserau hat eine Grundfläche von 232 ha und zählte im Jahre 1921 56 Hälaser und 312 Einwohner. Der Ort hat sich bis 1945 kaum mehr vergrößert.

Seit 1895 bestand die freiwillige Feuerwehr, seit 1908 diedeutsche Böhmerwald-gruppe und seit 1920 der deutsche Kulturverband. Das Vereinslehen wurde recht gepflogen und ebenso die alten Sitten und Bräuche wie faschingsausackern am narlischell Pfingsta, wobei einige Burschen všllig in Stroh verkleidet waren edel der Umzllg. wobei Hanswürste, Läufer, der Türke, der Fleischer der Wirt, der Kaminkellrer und der Jude in originellen Masken erschienen. Der Faschingsmolltag gehörte nach alten Brauch den Verheirateten. Da sie das Vorrecht auf dem Tanzboden hatten. Es gab noch die "Hutscha oder Reckenstuben". Bursche und Mädchen trafen sich abends in eineln Hause. Die Mädchen brachten ihre Klöppelsäcke mit. Es wurde fleißig gearbeitet, dazu viel von alten Sagen erzählt, von Kobolden und Gespenstern der weißell Frau, der wilden Jagd, dem Hojmann, dem Mann ohne Kopf, den Irrlichtern. Stellen wo Gespenster gesehen wurden, waren Wegkreuze, die Rolßtränke und die kalte Marter (sie lag am Weg nach Weißensulz). Bei den beiden letzteren sollen während des 30 j&ayml;hrigen Krieg große Schlachten stattgefunden haben. Verschiedentlich wurden bei Graharbeitern an diesen Stellen Hufeisen von Pferden gefurlden, was wohl die Richtigkeit bestätigt.

In der Hutschastubrl wurden auch viele Volksliecler gesungen und ab und zu auch getanzt. An Musikanten fehlte es in Wasserau ja nie. Auch die kirchlichen Feste wurden geböhrend gefeielt. Und so war das leben in Wasselau zwar hart und arbeit- reich, aber auch glücklich.



German-Bohemian Heritage Society

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