Chronik der Ortschaft Althütten
(nach dem HostauerHeimatbuch)

Das Dorf Althütten lag an der oberen Radbusa in 530 Meter Seehöhe am Fuß des Eisenberges. Von Muttersdorf war es 6 km, von der bayerischen Grenze 2,5 km entfernt. Althütten verdankt seine Entstehung der ältesten Glashütte im nördlichen Böhmerwald. Althütten dürfte schon vor 1579 errichtet worden sein. Wie aus einem Kaufvertrag zwischen Kaiser Rudolf II. und dem Hüttenmeister in Schwanenbrückl Paul Schürer, hervorgeht, muß die alte Hütte aber schon vorher betrieben worden sein. Der 789 Meter hohe Eisenberg wurde damals schon genannt und reichte von Johanneshütte bis Schwarzach. Von den angeführten zwei Teichen sind heute noch die Dämme erhalten. şber einen solchen Damm führte ein Fahrweg, der gleichzeitig die Grenze zwischen dem Pfraumberger und Tauser Chodenge biet bildete. Die Glashütte stand laut şberlieferung und Spuren hinter der Mühle. Bis zum Jahre 1728 gab es nur zwei Häuser und 12 Bewohner. Im Jahre 1784 waren es 11 Häuser, im Jahre 1832 waren es schon 34 Häuser mit 278 Einwohnern. Im Jahre 1910 waren in Althütten 39 Häuser mit 360 Einwohnern und im Jahre 1921 waren es 49 Häuser mit 390 Einwohnern.

Im Jahre 1945 stand die Einwohnerzahl fast auf 500. Somit zählte Althütten zu den größten Dörfern des Gerichtsbezirkes Hostau. Eingepfarrt war Althütten die längste Zeit nach Muttersdorf, obwohl es von dem 61/2 km entfernten Ort durch einen Bergrücken getrennt war. Gewöhnlich wurde nur die 1,5 km entfernte Pfarrkirche in Waier besucht. Er.st im Jahre 1923 gelang es dem damaligen Pfarrer Johann Jiran die Umpfarrung nach Waier durchzusetzen.

Die zugehörige Post war bis 1851 in Bischofteinitz, bis 1902 in Hostau und dann bis 1938 in Muttersdorf. Erst nach dem Anschluß wurde der Nachbarort Waier Poststation mit Telefon,

Die meisten Bewohner besaßen eine kleinere Landwirtschaft und waren nebenbei als Maurer, Zimmerleute und Hilfsarbeiter beschäftigt. Ein seltener Beruf wurde in Althütten ausgeübt, nämlich der Mühlenbauerberuf. Die Althüttner Mühlenbauer arbeiteten die ganze Radbusa entlang, von Friedrichshof bis Bischofteinitz.

Die Feuerwehr galt in Althütten als ein rühriger Verein, der im Jahre 1900 von Josef Helgert, der sie als Hauptmann bis 1918führte, gegründetworden war. Ein weiterer kultureller Verein war der Musikverein der Gebrüder Josef und Baptist Spörl (Stoangirglan), welcher von Gastwirt Johann Spörl übernommen und weiter aufgebaut wurde. Außerdem wurde im Jahre 1936 eine Jugendblaskapelle unter Leitung des Musikers Ludwig Korber gegründet.

Im Jahre 1905 wurde eine Ortsgruppe des Böhmerwaldbundes mit 28 Mitgliedern gegründet, die hauptsächlich landwirtschaftliche Interessen vertrat.

Obwohl Althütten mehr Einwohner hatte als Schwanenbruckl, gehorte es zur Gemeinde Schwanenbrückl Althütten stellte etliche Jahre den Bürgermeister der Gemeinde Schwanenbrückl. In den letzten Jahren vor der Vertreibung war der Bürgermeister wieder in Schwanenbrückl. Althütten war auch der Sitz einer geprüften Hebamme, es war dies Frau Anna Schmid aus Waier. Im Jahre 1924 wurde in Althütten eine dreiklassige Volksschule erbaut. In Althütten wirkten damals als Oberlehrer Heinrich Cenefels und als Lehrer Franz Baar. Später wirkten dann in Althütten LehrerJosefWild und FrauAnnaWierer. gerstenweltkrieg hatteAlthütten 22, im zweiten Krieg 40 Opfer zu beklagen.



German-Bohemian Heritage Society

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