Chronik der Ortschaft Bernstein

Nach dem Stande vom 1.9.1939 war Bernstein ein Dorf mit 17 Häusern und 85 Einwohnern. Das Dorf lag am Rücken des Südabhanges des Eisenberges in 680 Meter Meereshöhe und war von Waier etwa 1 1/2 km und von der Landesgrenze 1 km entfernt. Das Dorf Bernstein war fast ganz vom Wald und vom Tiergarten umgeben, nur auf der Ostseite grenzten die Felderanden Ort. DerOrt hat jedenfallsvon einemStein oderFelsen, bei dem ein Bärerlegtwurde, seinen Namen; denn auf älteren Landkarten findØet man häufig den Namen Bärnstein".

Im Jahre 1670 gründete der Grundherr Leopold Konstantin von Wiedersperg in Bernstein einen Hof, so berichtet die Herrschaft. Die erste Ansiedlung von Bernstein dürfte jedoch schon früher erfolgt sein. Im Jahre 1670 wird begraben ‹die alte Bernsteinerin vom Bernstein" wie in der Matrik steht. Man kann annehmen, daß zwei Häuschen schon lange vorher bestanden. Im Jahre 1670 heißt es aus dem Hof zum Bernstein, 1672 Meierhof, 1683 ist Hans Lang schon Schaffer und im Jahre 1684 ist Hans Günther Krawarsch in Bernstein. Nach dem Wirtschaftsbericht der Herrschaft vom Jahre 1775 hat Bernstein eine Flußhütte, in welcher Pottasche erzeugt wird. Sie stand neben dem Forsthaus. Die Zeit der Auflassung ist nicht bekannt. Ein Hausname lautet heute noch ‹Flußfranz". Von 1735 an werden in Bernstein schon Bauern genannt, wie Neudecker und ºbl.

Im Jahre 1785 zählte Bernstein 9 Häuser mit 76 Einwohnern. Es dürfte um diese Zeit der Meierhof schon aufgelassen und die Grundstücke an die Jtiäusler verpachtet worden sein.

Bei der Bildung der politischen Gemeinden im Jahre 1848 wurde Bernstein mit Waier zu einer Gemeinde vereinigt (vorher hatte es einen eigenen Richter), die Katastralgemeinde aber des gleichen Umfanges heißt Bernstein mit Waier.

Das Waldrevier Bernstein umfal3te den ganzen Eisenberg von Schwarzach bis an das Maurerbachlein und von der Reichsgrenze bis an die Radbusa. Am 23. Juli 1859 herrschte ein furchtbarer Sturm, der in den Wäldern einen ungeheueren Schaden anrichtete.

Im Jahre 1890 zählte das Dorf 17 Häuser und 139 Einwohner, im Jahre 1900 114 und 1910 132 Einwohner.

Eingepfarrt war Bernstein bis 1786 nach Muttersdorf, seither nach Waier. Die Kirche wurde häufig in Stadlern besucht. Eingeschult war das Dorf nach Waier seit 1787, vorher wird wohl kaum eine Schule besucht worden sein.

Im ersten Weltkrieg waren 30 Mann eingerückt, davon sind 9 gefallen. Im zweiten Weltkrieg sind 9 Mann gefallen und zwar: Josef Gröbner, Christof Helget, Karl Pretzl, Johann Spörl, Josef Spörl, Anton Gitter, Franz Helget, Josef Helget und Wenzel Helget.



German-Bohemian Heritage Society

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