Chronik von Franzbrunnhütte

(nach Johann Micko)

Der Ort Franzbrunnhutte verdankt seine Entstehung einer Glashütte, die wahrscheinlich um 1696 angelegt wurde. Im Jahre 1698 wird ein Glasknecht Hans Christian Nachtmann nannt. Es wurden Perlen (Paterin) oder schon Hohiglas erzeugt. Im Jahre 1706 war die Glas- hotte entweder ganz aufgelassen oder sie wurde nach Oberhütte verlegt. Im Jahre 1751 begann diezweite, sehrlange Betriebszeit der Glashütte, wahrscheinlich wur-4 de die Glashütte von Oberhütte nach Franzbrunnhütte verlegt. Erster Hüttenmeister war Franz Aberle aus Hurkental. Nach ihm nannte der Volksmund Franzbrunnhotte auch ‹Awerl huttn". Im Jahre 1877 brannte die Hütte total nieder, wurde aber sofort wieder aufgebaut, um schon nach einigen Jahren erneut Opfer eines Brandes zu werden. Die Firma Gebrüder Bloch errichtete sie wieder. Im Jahre 1887 wurde die Gasheizung eingebaut und ein Kamin von 30 Meter Hohe errichtet, wozu auch der damalige Besitzer Graf Coudenhove-Kalergi Mittel bei steuerte. lm Jahre 1898wurdederBetriebstillgelegt und nach Waldsassen verlegt. An Stelle der Hutte wurde später eine Waldbaumschule angelegt. Während Franzbrunnhotte 1890 noch 9 Hauser mit 107 Einwohnern zahlte, waren es 1921 nur noch 3 Hauser und 44 Einwohner, die an der Stelle der einst so blühenden Hutte ihr Da sein behaupteten. Eingepfarrt war Franzbrunnhütte zuerst nach Muttersdorf, ab 1786 nach Waier; eingeschult Zunächst auch nach Muttersdorf, dann nach Waier, Unterhutten, Haselberg, schließlich seit 1899 nach Neid, wohin es auch eingemeindet war. Im zweiten Weltkrieg ist ein Mann gefallen.

Ś Chronik von Neubau mit Fuchsberg Unweit des Fuchsberges, etwa 6 km südwestlich von Heiligenkreuz, lag einst das Grenz Neubau. Nördlich des Ortes erhebt sich die 706 Meter hohe Neubauhohe, von der man sehr gute Rundsicht über den ganzen Hostauer Gerichtsbezirk hat. Das Dorf Neubau wurde Anfang 1500 von oberpfälzischen Waldarbeitern und Landwi gegründet. Ursprünglich bestand das Dorf aus 4 Häusern, die um den Hammerbrunnen gebaut waren. Zur damaligen Zeit wurde schon eine Glasschleiferei betrieben. Mitte de Jahrhunderts vernichtete ein Großbrand diese Ansiedlung. Sie wurde einige Jahre späte Stück südlich vom alten Standort wieder aufgebaut und hieß von dieser Zeit an mit sein Häusern Neugebäu. Dieser Name ging schließlich im Laufe der Jahre in Neubau über. ältesten Bewohner des Dorfes dürften Wiedl, Liebl, Dietz, Rebitzer und Eckert gewsein. DerOrtsteil Fuchsberg, amFußeder³ Neubauhohe soll100 Jahrefrüher entstanden sein. Hier befand sich zuerst ein großer Hof, dessen Eigentümer Gach hieß. Dieser Besitz soll unter mehrere Söhne der Familie aufgeteilt worden sein, so daß weitere Bauernhöfe entstanden.

Bis 1789 gehörte Fuchsberg zur Herrschaft Heiligenkreuz. Im Jahre 1839 zählte das Do Häuser mit 116 Einwohnern und war nach Schwanenbrückl eingeschult. Bis 1913, jetzt Gemeinde Neubau gehörend, war es auf 16 Häuser mit 106 Einwohnern angewachse

Das Dorf Neubau hatte sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte auch vergröße wies im Jahre 1839 24 Häuser mit 171 Einwohnern auf, zählte im Jahre 1913 33 Häuse 262 Einwohnern und hatte sich zuletzt auf 45 Hausnummern erweitert.

Das Ausmaß der Katastralgemeinde Neubau betrug im Jahre 1937 insgesamt 330 ha. Die Menschen erwarben ihren Lebensunterhalt überwiegend in der Land- und Forstwirt Schaft Einen Bauernhof von 15 ha aufwärts besaßen in Neubau 5, in Fuchsberg 6 Bauern ln Neubau war auch ein Schmied, zwei Schreiner,1 Zimmermann,1 Drechsler und ein Kuferß (Binner genannt). Schließlich gehorten zum Dorf auch eine Kunstmühle und eine Brettsage. Bei den Familien mit kleinerem landw. Besitz gingen die Männer noch einer zweiten Beschäftigung nach, wiie der eines Holzfallers. Maurers, Bauhilfsarbeiters und Taglöhners. Die Frauen verdienten im Winter durch das Koppeln von Spitzen Geld, das oft für die Bestreitung des Haushaltes aus reichte. Siber die Sommermonate begaben sich junge Mädchen und Frauen als Saisonarbei terinnen in die berühmten Weltbader Franzensbad und Marienbad. Am Ortsausgang nach Fuchsberg grüßte das Dorfki;chlein, dem heiligen Georg geweiht. Gottesdienst fand hier nur an Festtagen statt. Kirchlich war Neubau der Pfarrei Heiligen kreuz angeschlossen. Die Kinder besuchten die einklassige Volksschule im Ort, die in den Jahren 1928/29 auf eine zweiklassige Schule erweitert wurde. Das kulturelle Leben im Ort erfuhr eine Bereicherung durch die Musikkapelle Braun. Ferner bestand in Neubau auch eine Freiwillige Feuerwehr. Heute steht das Dorf Neubau nicht mehr. Die Felder und Wiesen sind als Weiden genutzt. Von Neubau und Fuchsberg fielen im ersten Weltkrieg 3 Mann, im zweiten Weltkrieg sind 7 Mann gefallen und 4 Mann sind vermißt.



German-Bohemian Heritage Society

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