Friedrichshof

Ein schönes, am Waldrand auf einer Anhöhe gelegenes Dörfchen mit 18 Häusern und 152 Einwohnern. Von Waier 350 m, Muttersdorf 7 km und der bayerischen Grenze 3 km entfernt. Die Bewohner, meistens kleinere Häusler mit 2-4 Kühen im Stall. Felder und Wiesen, die auf der Gemarkung Rindl lagen, deren Grenzen bis an das Dorf reichten, die später gekauft oder gepachtet wurden. Im Ort war ein Gasthaus mit einem kleinen Lebensmittelladen eine Mühle, außer Landwirtschaft gab es einige Handwerker und als Haupterwerbszweig die Spitzenklopplerei.

Während der Sommersaison gingen Mädchen und junge Männer in die Kurorte Marienbad, Franzensbad, Karlsbad zur Arbeit.

Der Ursprung von Friedrichshof ist wohl auf das Jahr 1705 zurückzuführen. Am 31. Jänner 1706 ist die erste Eintragung in der Matrik. Eine Taufe des Sebastian Lang, wobei Frl Anna Dorethea Lukansky von Renes und Ritter Johann Friedrich von Wiedersperg auf Muttersdorf die Paten waren.

Es war nur ein Stall für das Vieh und eine Wohnung für den Wärter und hieß noch 1714 Viehhaus. Erst später, als die Viehhaltung erweitert wurde, heißt es dann Viehhof, bis der Ort von 1770 an Friedrichshof heißt, (aber bereits 1734 schon einmal vorkommt) nach dem Gründer Friedrich Franz, der 1644 im Walde bei Neid geboren,1683 die Güter übernahm und 1734 starb. Im Volksmund hieß der Ort Veichhuaf.

Im Jahre 1780 zählt Friedrichshof 9 Häuser und 50 Einwohner,1839 mit 13 Häusern und 117 Bewohnern; 1890 sind es 18 Häuser und 165 Einwohner; 1910 162 Seelen,1921 17 N ummern mit 152 Einwohnern.

Seit seiner Gründung gehörte Friedrichshof zur Herrschaft Muttersdorf und zur Gemeinde Neid. Eingepfarrt war es ebenfalls nach Muttersdorf, bis 1786 die Pfarre in Waier errichtet wurde. Ebenso verhielt es sich mit der Schule. Im Jahre 1780 ist in Friedrichshof eine Station des Grenzkordons und wird bis 1824 erwähnt. In den Jahren 1849 bis 1852 waren im Hause Nr.2 des Josef Vogel einige Wohnbestandteile für die kk Finanzwache um˜ 40 Filler gemietet. Als Müller wird 1806-1809 Ferdinand Portner genannt.1850 kaufte die Mühle ein Landkammer, dessen Nachkommen bis zur Vertreibung dort wohnten. Auch die Kapelle gegenüber errichtete er, die Brettsäge 1896.

Die Wiese unter und hinter der Mühle bis in den Tiergarten hinein, war bis ins 17. Jahrhundert ein Weiher, überdessen einstigen Damm die jetzige Straße führt. Unter derWiese beim Haus Nr. 2 war einst ein Fischweiher mit einem Fischerhaus.

Am 20. November 1913 fanden die Häusler Simon und Köstner beim Ausheben eines Grabens in der Wiese östlich des Dorfes, unweit vom Wald einen Schatz von 17 Silbermünzen inmitten vieler Glasperlen. Wahrscheinlich waren sie in einem früher üblichen Perlenbeutel verwahrt. Die Münzen waren von verschiedener Größe, mehrere von 4 cm Durchmesser. Die Münzen waren aus den Jahren 1568-1625 von Georg, Herzog zu Sachsen, dem römischen Kaiser und König von Spanien. Eine Münze hatte die Umschrift: Dominus mihi adjutor. Wahrscheinlich wurden die Münzen ™im 30jährigen Krieg, beim Herannahen des Feindes vergraben, die Eigentümer kamen aber ums Leben. Josef Simon in Nr.6 soll drei Stück besessen haben, ob noch irgendwo welche existieren?

Friedrichshof gehörte früher zum Postamt nach Ronsperg, ab 1904 nach Schwarzach, ab 1939- 1946 nach Waier.

Im Jahre 1858-1870 stand im Wald zwischen Friedrichshof und Schnaggenmühle eine Dampfsäge, errichtet von Baron Beck auf Muttersdorf. Als die Säge abgetragen wurde, blieb dort ein als Hegerhaus benutztes Wohnhaus stehen, bis es 1910 abgetragen wurde. Die Waldblöße hieß bis in die heutige Zeit Die alte Maschine." Auf dieser Stelle wurde in den 20er Jahren wieder ein Haus errichtet.

Die Flurnamen um Friedrichshof waren: Kühtriffl, Jägerhut, Euloh, Weiherwiese, Buchschachtel, Steinerner Tisch und Fuhrmandl. Auszüge der Geschichte von Johann Micko, aufgezeichnet von Mara. Burkhardt. Nachzutragen wäre nochdasin Friedrichshof 1914-19183 Mann gefallensind: RewitzerMichael Nr.4, Spörl Josef Nr.11, Holm Karl Nr.16.



German-Bohemian Heritage Society

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