Chronik der Ortschaft Neid

(nach Johann Micko)

Vahrend im 30 jahrigen Krieg zahlreiche Dörfer Bohmens vernichtet wurden, wurde das orf Neid, etwa 3 km westlich von Stockau gelegen, gerade in dieser trostlosen Zeit gegrünet. Vermutlich verdankt es seinen Namen dem Ansiedler Neid, der aus Wonischen stamme.

Für das Jahr 1644 nennt uns der Teilungsvertrag der Herrschaft Muttersdorf 7 Ansiedl Neid. Im Jahre 1649 war Hans Kaltz Richter in Neid. Im Jahre 1722 hatte Neid 7 Hauser mi Bewohnern, im Jahre 1784 sind es mit FranzbrunnhÄtte 19 Häuser und 175 Bewohner,1 zähltNeidohne Franzbrunnhütte 19 Häuser und 134 Einwohner,1910 warenes 21 Häuser und 149 Einwohner.

Das Flächenausmaß der Gemeinde Neid betrug im Jahre 1937 871 ha und verteilte sic 709 ha Wald,83 ha Äcker,58 ha Wiesen,5 ha Weiden und 1,2 ha GÉrten.

Neid gehörte anfangs zur Pfarrei Muttersdorf, ab 1786 zur Pfarrei Waier. Eingeschult w gleichfalls nach Muttersdorf, ehe es im Jahre 1789 nach Waier eingeschult wurde. Im J 1899 wurde dann im Ort sel bst eine Winterexposit u r errichtet, nach 10 Jahren ei ne gan rige Expositur. Franzbrunnhütte, das vorher nach Haselberg eingeschult war, wurde sp nach Neid umgeschult und ein Schulhaus gebaut. Auch Schnaggenmühl wurde dann n Neid eingeschult.

Die Freiwillige Feuerwehr Neid wurde 1905 gegründet. Im ersten Weltkrieg waren von 54 Mann eingezogen worden, von ihnen kehrten 7 nicht zurÄck.

Der Ortsname wurde früher auch Neydt, Neudt, Neyd, Näudt und Neydl geschrieben. 1740 dann Neid.

Der Ort Neid hatte auch eine besondere Merkwürdigkeit aufzuweisen: Das Haus Nr (Kalz) stand genau auf der Hauptwasserscheide Europas, so daß das Wasser der sudlic Dachrinne durch das Lohtal in die Schwarzach, Naab, Donau und ins Schwarze Meer während die Wasser der nördlichen Dachseite zum Wei&slig;bachl, wie hier die junge Radb genannt wurde, dann weiter in die Beraun, Moldau, Elbe und die Nordsee eilten. Sogar seltene Beispiel einer Bifurkation gibt es im Gemeindegebiet. Oberhalb des Dorfes Nei eine Quelle, der Bärnlohbrunnen, mit zwei Abflüssen, die anfangs gleich laufen, ehe sich stärkere Abfluß südlich (zur Donau) und der schwächere Abfluß nördlich der Radbusa wendet. Die Flurnamen von Neid waren einst: Drachsebene, Brand, Niglawies, Gstöber hersteig, Roßtränk, Schmaußenwald, Stuberl und Jungfernschlag.



German-Bohemian Heritage Society

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