Chronik von Schwarzach Auszüge

(nach Johann Micko)

Schwarzach besteht aus einem Böhmischen- und einem Bayerischen Ortsteil. Wahrend Bayerisch-Schwarzach auf einer Karte der Oberpfalz vom Jahre 1410 bereits erscheint, wird der andere Teil erstmals 1626 im Münchner Reichsarchiv als böhmisches Zoll- und Mauthäusl urkundlich erwähnt. Das Gebiet der Gemeinde Schwarzach gehörte einst zum königlichen Grenzwald und war den Tauser Choden zur Bewachung zugeteilt. Nach der Schlacht auf dem weißen Berge wurde den Tausern als Anhänger des Winterkönigs das Chodengebiet abgenommen und im Jahre 1623 an den Freiherrn vom Lamingen verkauft. Es bestand damals eine Straße von Muttersdorf über Schwarzach nach Bayern. Die Herrschaft erhob die Straßenmaut. Ende des 30jährigen Krieges betrug die Maut 10 Schock, was auf einen regen Verkehr hindeutete. Es bestand nur das Gillenhäusl, in dem wahrscheinlich der Mauteinnehmer wohnte. Dies dürfte das erste Haus in Schwarzach gewesen sein. Das Wirtshaus wurde zwischen 1644 und 1652 erbaut und war dznn zugleich die Maut. Etwa 100 Jahre später standen in Schwarzach 4 Häuser.1788 zählte Schwarzacn 13 Besitzer. Im Jahre 1800 j wurde die Grenze militärisch besetzt, es lagen 10 Mann in Schwarzach. Seit 1825 ist Schwarzach Sitz des Grenzzollamtes. Von 1839-1938 ist Schwarzach Nebenzollamt und Finanzwachstation. Am 16. August 1899 brannte um drei Uhr früh das ganze aus Holzhäusern be- t stehende Dorf nieder bis auf Haus Nr.17.

Seit 1904 besteht in Schwarzach ein Postamt, zu welchem außer der eigenen Gemeinde auch Neid, Rindl und Waier gehörten. Der Postwagen fuhr täglich über Muttersdorf nach Hostau zur Bahnstation. Ab 1939 verkehrte für diesŘe Strecke ein Postautobus zweimal täglich. Vor 1 904 gehörte Böhmisch-Schwarzach zum Postamt Ronsperg, jedoch wurde überwie-: gend die Post für Telegraf in Bayerisch-Schwarzach benützt. Eingepfarrt war Schwarzach bis zur Gründung der Pfarrei Waier 1786 nach Muttersdorf, besucht wurde aber meist die Kirche in Stadlern. Eingeschult war Schwarzach nach Dienahof von 1802- 1898 und danach nach Unterhütte. Die Gemeinde gehörte zum Bezirk Bischofteinitz und Gerichtsbezirk Ronsperg. Bis 1938 war für den ganzen Bezirk Bischofteinitz das Bistum Budweis zuständig, danach gehörte es wie die angrenzende bayerische Region zum Bistum Regensburg.

Bayerisch-Schwarzach hatteebenfallseinZollamt und eineZollwachstation.1928 und 1938 wurden in Bayerisch-Schwarzach eine neue Grenz- und Zollstation errichtet, jedoch nach dem Anschluß des Sudetenlandes bereits wieder aufgelöst.1948 aber wieder in Betrieb genommen bis sie einer Zentralisierung 1968 entgültig geopfert wurde.

Zusammen mit Charlottenthal war Bayerisch-Schwarzach nach Stadlern eingeschult, bis 1929 in Schwarzach dafür ein Schulhaus gebaut wurde.1945 bis 1946 war hier der Schulbetrieb kurzzeitig unterbrochen bzw. nach Charlottenthal im Landgraf-Haus ausgelagert. Nach der Freigabe der Schule durch amerikanische Truppen wurde der Schulbetrieb bis zu dessen Auflösung 1968 wieder aufgenommen.

Schwarzach wurde im Apri 11945 d u rch vorrückende amerikan ische Tru ppen u nter Artil leriebeschuß genommen. Es brannte in Bayerisch-Schwarzach das Haus Nr.5 und in BöhmischSchwarzach die Häuser Nr.6,9,11,17,18 und 19 aus. Die meisten Scheunen brannten dazu ab. Alle übrigen Häuser von Böhmisch-Schwarzach und vereinzelte von Bayerisch-Schwarzach erhielten einen Treffer.15 Menschen fielen diesem Angriff zum Opfer. Nach dem Wiederaufbau aller Häuser und fast aller Scheunen brach für BöhmischSchwarzach und deren Bewohner die schlimmste Zeit an, es begann die Vertreibung. Im Laufe des Sommers 1946 wurden in 3 Transporten alle Einwohner bis auf 2 Familien ausgesiedelt. Letztere flüchteten 1˛948 nach Bayern. In den darauffolgenden 10 Jahren bis 1956 wurde Böhmisch-Schwarzach dem Erdboden gleich gemacht. Reste von Grundmauern, Stacheldrahtverhaue, Wachtürme und wildwachsende Sträucher bestimmten fortan das Landschaftsbild bis eines Tages der ganze Ortsbereich von Sträuchern und Wäldern überzogen ist.



German-Bohemian Heritage Society

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